Angst vor Enterprise 2.0? Was Manager denken von Unternehmen 2.0
Angst geht um in deutschen Führungsetagen. Eine wachsende Anzahl von Publikationen, unzählige Berater, Media- und Internetagenturen und selbsternannte Experten und nicht zuletzt die Visionäre dieser Welt prophezeien den Unternehmen eine digitale Zukunft. Das Unternehmen 1.0 sei gestern, Unternehmen 2.0 von morgen sei schon heute. Doch was verbirgt sich dahinter?
Worüber wir reden?
Natürlich gibt es keine umfassende Definition. Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von social Media Tools und social Software für das interne Informations- und Wissensmanagement und für die Innen- und Außenkommunikation von Unternehmen. Konkret: Unternehmen 2.0 ist strategisch und konzeptionell die Grundlage für erfolgreiche Kundenakquisen im Internet, neue Marketingkonzepte (Marketing 2.0), Markenaufbau und Markenentwicklung, Mobile Marketingprozesse und nicht zuletzt Umsatzsteigerungen unter niedrigeren Kosten. Welcher Vorstand oder Geschäftsführer da noch wegschaut, den würde ich als Aufsichtsrat oder Beirat absetzen lassen.
Angst vielerorten
Dennoch herrscht vielerorts Stirnrunzeln, Unsicherheit und Angst vor dem Schritt, sein Unternehmen anzupassen oder antizipativ in Richtung Digitale Zukunft zu entwickeln: Transparente Kommunikation verkürze hierarchische Wege und es entstehen flache Gemeinschaften (Buch Wissensgemeinschaften und Communities-Artikel-Download). Die totale Offenheit der Kommunikation sei zudem problematisch, wenn es um sensible interne Informationen und Firmengeheimnisse gehe. Wie ließe sich so etwas umsetzen? Das sei doch alter Wein in neuen Schläuchen!
Unbegründete Angst
Doch die Ängste sind unberechtigt. Denn flache Strukturen und schnelle Prozesse sind im originären Interesse jeder Unternehmensführung. Zudem praktizieren dies immer mehr Mitarbeiter sowieso schon, in dem sie Facebook, Xing, Twitter & Co nutzen. Sie sind meist fortschrittlicher als das eigene Unternehmen. Zweitens werden die Entscheidungskompetenzen der Unternehmenesführung auch nicht untergraben. Sie bleiben nach wie vor letzte Entscheidungsinstanz für Projekte. Die “totale buttom-up-Demokratie” wird es in Reinkultur nicht geben, statt dessen sollten die Ansätze konsequenter genutzt werden, um sie für Produkt-, Marketing- und Akquiseprozesse zu nutzen.
Die Empfehlung
Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Heute anfangen heißt morgen die Ernte einfahren.
- Ich warne vor schnellen aktionistischen Massnahmen.
- Definieren Sie klare Ziele und machen Sie diese messbar.
- Werden Sie sich klar, dass wir hier nicht über Twitter & Co auf der operativen Ebene reden, sondern über Change Management auf der strategischen Ebene.
- Beschaffen Sie sich professionelles Umsetzungs-Know-how und lassen Sie sich über einen Zeitraum von 12 Monaten begleiten.
- Integrieren Sie Web 2.0/Social-Media/Digitale Medien bereits in der Konzeptionsphase in existierende Prozesse und Strukturen.
- Nehmen Sie Enterprise Projekte oder auch nur kleinstere Pilotprojekte zum Anlass, Ihre Unternehmenskultur zu entwickeln. Sie schaffen neue Werte, angepasste Regeln und neue Motivation bei Mitarbeitern.
- Vor allzu gr0ßer Angst bewahren Sie Pilotprojekte. Welche Wirkung erzielen diese und welches Feedback erhalten Sie von Mitarbeitern, Kunden, Interessenten, Zulieferern etc.?
- Implementieren Sie ein Monitoringsystem, das den Erfolg all Ihrer digitalen Massnahmen erfasst und monatlich zusammen fasst. So beobachten Sie neben den harten Ergebnissen auch den Prozess Ihres Changes.
Weiterführende Infos
- Artikel Marketing 2.0 in Unternehmer.de mit einigen Kommentaren
- Enterprise 2.0 Conferences
- Studie “Organisation und Mittelstand im Unternehmen“, die einen Weg zwischen Stabilität und Veränderung von Unternehmen auf Grund von Management-Interviews aufzeigt.
- Dualer Hochschul-Studiengang Medienmanagement und Kommunikation
- Change Management bei Kraus & Partner
- Enterprise 2.0 Forum
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