Der feste Arbeitsplatz als Auslaufmodell?
Die Feststellung und Prognoses des Autors ist erschreckend: 4,6 Millionen Erwerbstätige arbeiteten 2006 in Teilzeit, das Angestelltenparadies der Wirtschaftswunderjahre ist vorbei. Trotz guter Konjunktur und Gewinnprognosen wird an Arbeitsverhältnissen vernichtet, was unbefristet und geschützt war.
Günter Ogger beschreibt in seinem Buch "Die Abgestellten: Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz" dem unaufhaltsamen Rückgang von Festanstellungen: "Wer künftig noch ein festes Beschäftigungsverhältnis hat, darf sich zur gesellschaftlichen Elite zählen." Die anderen erwartet ein Drama: Mittlere Manager: abserviert durch Organisationsverschlankung; Buchhalter, Controller und Vertriebsleute: ersetzt durch Hard- und Software; Konstrukteure, Entwickler und andere Wissensarbeiter: ausgebootet von ausländischen Billigarbeitskräften und inländischen Praktikanten, Zeitarbeitern und Scheinselbständigen. Der deutsche Angestellte mit Rundum-sorglos-Paket aus Tarifgehalt, Kündigungsschutz und Betriebsrente habe sich sein Schicksal selbst eingebrockt, tatkräftig unterstützt durch politische Gutmenschen und nimmersatte Gewerkschaften.
Die sinnvollste Möglichkeit, dieser Entwicklung zu begegnen, sieht Ogger in mehr Flexibilität und Anstrengung. In Zukunft werde "Leistung zum allumfassenden Gradmesser für Angestellte, Beamte und Selbständige", betont er.
Ein düsteres Bild, dass dem Leser auf den ersten 40 Seiten gemalt wird. In typischer "Ogger-Sprache" mag man bald nicht mehr weiter lesen, rüttelt es argumentativ geschlossen nahezu jeden Leser wach, der in einem Abhängigkeitsverhältnis beschäftigt ist. Doch leider wird Ogger mit seinen Aussagen Recht bekommen, wohl dem, dessen abhängiges Arbeitsleben sich in den nächsten Jahren dem Ende neigt … .
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Eine wirklich spannende Lektüre. Die Zukunft der Arbeit wird m. E. strukturell aus deutlich mehr Freelancern, Selbständigen und Zeitarbeitern bestehen. Eine schöne Entwicklung aus deren Sicht. Doch fördern wir damit nicht Konzernwachstum und damit eine Zweiklassen-Arbeitsgesellschaft? Auf der einen Seite die Menschen, deren Sicherheit und regelmäßiges Einkommen wichtig ist, auf der anderen Seite die maslow´schen Selbstverwirklicher und Egoisten, die dem Staat und damit uns im Alter auf der Tasche liegen? hmmm…