E-Learning noch weit entfernt vom Mittelstand
Das Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik (IAT) untersuchte die Haltung von kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber E-Learning. In der Ausgabe 1/2006 der Zeitschrift Wirtschaftsbild stellen IAT-Mitarbeiter das Ergebnis vor: E-Learning ist für den Mittelstand nur interessant, wenn damit ein deutlicher und schneller Nutzen verbunden ist. Die Unternehmen nutzen die ITK noch viel zu wenig für die Schulung ihrer Mitarbeiter, so der Befund. Das liege unter anderem daran, dass das Angebot an passenden E-Learning-Produkten gering sei.
Eigentlich überrascht mich dieses Ergebnis nicht wirklich. Stehe ich dem idealistischen Bild funktionierender E-Learning-Systeme grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber, hat dieses Thema in der nächsten Zeit nichts im Mittelstand verloren. Wenn selbst Konzerne unter E-Learning die Ansammlung Ihrer Produktbeschreibungen auf einer Intranetseite verstehen, welche sich die Mitarbeiter anzuschauen haben, um über die Produkte etwas zu lernen, ist der Entwicklungsstand in Deutschland noch meilenweit von einer Umsetzung in mittelgroße Unternehmen entfernt. Mein Tipp: Beobachten, nicht totschweigen, aber kritisch würdigen.
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>E-Learning ist für den Mittelstand nur interessant, wenn damit ein deutlicher und schneller Nutzen verbunden ist.
Das trifft nicht nur auf KMU zu, und auch nicht nur für eLearning und Wissensmanagement, sondern ist schlicht und ergreifend für alles Neue die Triebfeder. Etwas Neues wird nur eingeführt, wenn A) ein Business Case vorhanden ist oder B) ein besonders innovatives Mitglied des Managements mutig genug dazu ist.
Lore Reß
Unserer Erfahrung nach ist das klasssicher E-Learning für KMUs für kleine Zielgruppen zu auswendig und zu kompliziert. Drehbücher schreiben und Content produzieren verlagen Kompetenzen die nicht vorhanden oder extern zu teuer sind. Dozentengesteuerte Live Online Training sind auch Mittelständler interessant. Zum Beispiel führt ein Softwareunternehmen quartalsweise die Update Schulungen der bundesweiten Vertriebspartner durch. Ohne große Vorlaufzeit und aufwendige Lernprogramme.
Matthias Rückel, direct dialog.