Medienmanagement und Unternehmenskommunikation

Der Blog von Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitale Medien und eMarketing)

Fünf typische (Denk-)Fehler nicht nur von Studienanfängern

Sie studieren demnächst? Oder Sie haben Ihr Studium vor ein, zwei Semestern begonnen? Toll! Dann haben Sie (noch) eine wunderbare Zeit vor sich – an die Sie vermutlich Ihr ganzes Leben gern denken werden. Zumindest dann, wenn Sie als Student Ihr Studienziel nicht aus den Augen verlieren und gewisse Fehler vermeiden.

Mitschreiben? Das muss ich nicht. Den Stoff kann ich auch „googeln“. Lernen? Jetzt nicht! Das kann auch kurz vor der Prüfung. Party? Na klar! Da muss ich hin – sofort! Gerade Erstsemestler betrachten den Studienausweis oft als „Eintrittskarte“ ins Reich der Freiheit. Endlich weg von den Eltern! Endlich eine eigene Bude! Und so viele neue, interessante Leute, die man kennen lernt. Entsprechend lasch gehen sie zuweilen das Studieren an. Daraus kann eine Bauchlandung werden, sofern sie nicht rechtzeitig die Kurve kriegen – gerade bei den recht stark verschulten Bachelor- und Masterstudiengängen. Folgende fünf (Denk-)Fehler registrieren Hochschullehrer bei Studienanfängern oft.

Denkfehler 1: Das Studium ist das Ziel.

„Hurra, endlich Student“, freuen sich Erstsemestler oft. Denn mit dem Studienbeginn werden vielfach Träume wahr. Doch vor lauter Freude darüber, endlich Student zu sein, vergisst mancher, wozu er eigentlich Student wurde – um sich für einen Beruf zu qualifizieren. Er verwechselt sozusagen die Etappe „Studienbeginn“ mit dem Ziel. Und noch etwas vergessen viele: Wie das Schüler-sein ist auch das Student-sein eine ganz spezielle Lebensphase, aus der auch spezielle Anforderungen resultieren.

Wie Sie den Denkfehler vermeiden: Machen Sie sich bewusst, warum Sie studieren? Welche Ziele möchten Sie hiermit erreichen? Analysieren Sie Ihren Lern- und Lebensstil? Und nehmen Sie bei Bedarf die erforderlichen Korrekturen vor, damit Sie Ihr Studienziel erreichen.

Denkfehler 2: Der Berg kommt zum Propheten.

In der Schule servierten Ihnen die Lehrer den Lernstoff weitgehend auf dem Silbertablett. Sie mussten ihn nur noch „konsumieren“. Im Studium ist dies zumeist anders. Hier wird ihnen das für die Prüfungen und für Ihren späteren Beruf relevante Wissen nicht einfach so geliefert. Sie müssen sich dieses selbst besorgen – in Seminaren, aus Büchern, durch Praktika. Das erfordert ein eigenständiges und -verantwortliches Lernverhalten. Und wenn Ihnen in einer Prüfung das nötige Wissen fehlt? Dann sind stets Sie – und kein (Hochschul-)Lehrer – daran schuld!

Wie Sie den Fehler vermeiden: Überlegen Sie frühzeitig: Was muss ich tun, um meine Semester- und Studienziele zu erreichen? Entfalten Sie Eigeninitiative. Und jammern Sie nicht über die Profs und die schlechten Studienbedingungen. Diese können Sie kurzfristig nicht ändern – aber Ihr Verhalten.

Denkfehler 3: Google findet alles, Wikipedia weiß alles.

Die „Generation X“ und „Generation Golf“ – die waren einmal. Heute dominiert an den Hochschulen die „Generation Google“. Sie betrachtet die Suchmaschine als Wunderwaffe. Und die „ergoogelten“ Infos übernimmt sie oft unreflektiert. Selbst (Nach-)Denken gerät zur Nebensache.

Und warum in den Bibliotheken dicke Bücher wälzen? Online-Enzyklopädien wie Wikipedia haben doch auf alle Fragen passende Antworten parat. Diese werden von vielen Studenten kopiert oder auswendig gelernt – gemäß der Maxime: Das wird schon hinhauen! Von wegen! Wer das Studieren als reinen „Rezitier-“ und „Copy & Paste-“Akt versteht, wird scheitern.

Wie Sie den Fehler  vermeiden: Das Studium soll Sie dazu befähigen, in Ihrem späteren Beruf eigenständig Aufgaben und Herausforderungen zu lösen. Reines Auswendiglernen reicht hierfür nicht. Sie müssen die Zusammenhänge verstehen und begreifen – ohne ein strukturiertes Lernen und gezieltes Üben erreichen Sie dieses Ziel nicht.

Denkfehler 4: Papier ist „out“.

Papier, das ist von gestern; die Welt von heute ist digital. Das denken viele Studenten. Entsprechend zögerlich schreiben Sie in Vorlesungen und Seminaren mit. Und Bücher? Die kann man ausleihen als sinnvolle Ergänzung zu den Vorlesungsskripten – selbst wenn der Prof nicht sagte: Lesen Sie im Buch xy die Seiten 100 bis 150. Denn wie bereits gesagt: Eigeninitiative ist gefragt.

Wie Sie den Fehler vermeiden: Machen Sie sich in den Vorlesungen und Seminaren regelmäßig Notizen. Sonst gehen Ihnen viele Infos, die nicht im Skript stehen und eventuell prüfungsrelevant sind, verloren.

Denkfehler 5: No risk, no fun.

Was ist eine Prüfung? Eine Mutprobe? Ein waghalsiger Sprung ins kalte Wasser? Diesen Eindruck haben Hochschullehrer zuweilen, wenn sie registrieren, wie unvorbereitet manch Student zu Prüfungen erscheint. Der Maxime „No risk, no fun“ können Sie in Ihrer Freizeit huldigen, im Studium kommen Sie mit ihr nicht weit.

Wie Sie den Fehler vermeiden: Damit sich Wissen verankert und verfestigt, ist ein regelmäßiges Lernen und Üben nötig – während des gesamten Semesters. Planen Sie das Lernen entsprechend. Beginnen Sie nicht erst drei Tage vor der Prüfung damit.

Fazit: Ihr Studium kann nicht nur, es sollte eine tolle Lebensphase sein. Doch ohne eine gewisse Selbstdisziplin erreichen Sie Ihr Ziel „Guter Abschluss“ nicht. Und keine Panik! Mit dem Studium endet Ihr Leben nicht. Auch die Zeit danach ist „cool“. Und zwar umso „cooler“, je erfolgreicher Sie studiert haben. Denn ein guter Abschluss öffnet Ihnen die Tür zu den Jobs, in denen Ihre Kompetenz anerkannt und gut honoriert wird – und die Ihnen deshalb auch Spaß bereiten.

im Original von: Prof. Dr. rer. pol. Elisabeth Heinemann


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Di, Dezember 15 2009 » Aktuell, Medienmanagement

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