Medienmanagement und Unternehmenskommunikation

Der Blog von Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitale Medien und Social Media Marketing)

ING-DiBa AG und Corporate Social Responsibility – Worst-Practice

Nun komme ich heute von einer Reise nach Hause, öffne meine Post und finde einen bemerkenswerten Brief der ING-DiBa AG vor, der Direktbank, die hier ein Corporate Social Responsibility-Programm (siehe auch hier) vorstellt. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen und ein praktisches Beispiel dafür liefern, dass CSR und die Übernahme von soialer Verantwortung einmal mehr ein Marketinginstrument ist und das reale operative Geschäft dieser Bank doch anders funktioniert.  Natürlich handelt es sich hier um meine subjektive Sichtweise. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild:

Backround: Meine Mutter hatte vor einigen Jahren einen nicht selbst verschuldeten Unfall, mit dem Sie als 52-jährige halbseitig gelähmt zum Spezial-Pflegefall in einer Pflegeeinrichtung wurde. Ich als einziges Kind habe selbstverständlich die vormundschaftliche Betreuung übernommen. In dieser Funktion wickele ich unter anderem auch die finanziellen Angelegenheiten für meine Mutter ab.

Es war notwendig, ein Girokonto für meine Mutter einzurichten, welches regionenunabhängig verwaltet werden kann. Da ich bereits ein Konto bei der ING-DiBa AG besitze, stellte ich einen Antrag auf Kontoeröffnung für meine Mutter. Es dauerte keine 48 Stunden, da bekam ich anliegendes Schreiben zurück, dass ich unverändert belassen habe: ing-diba-kontoeroffnöffnung . Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Ergebnis: Wir wollen keine Behinderten Menschen als Kunden, denn die sind uns zu teuer.

Ich halte dieses Geschäftsgebahren für höchst bemerkenswert und irritierend. Mit dem kostenaufwendigen Corporate Social Responsibility-Programm unterhält diese Bank ein prominentes Marketinginstrument, doch soziale Verantwortung übernimmt es damit nicht. Wie auch immer…

Ich bin der Bank ein wenig dankbar für diesen Worst-Practice. Sie wird in meiner Vorlesung “Unternehmensführung” als schönes Beispiel für Corporate Social Responsibility-Programme dienen. Vielen Dank.


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So, Juli 26 2009 » * So wird´s gemacht *, Aktuell, Kultur

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