Medienmanagement und Unternehmenskommunikation

Der Blog von Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitale Medien und Social Media Marketing)

Komplementärberatung als neue Intervention für Organisationsentwicklung?

In der klassischen Fachberatung stehen speziell ausgebildete Fachleute dem Unternehmen zur Seite. Die systemische Prozessberatung versucht dagegen die Denk- und Handlungsmuster einer Organisation transparent zu machen. Die Autoren schlagen hier die Integration von beiden Beratungsansätzen vor: Komplementärberatung!

Im Zentrum steht der Nutzen für die Unternehmen: Das Nacheinander oder Nebeneinander von Beratungsansätzen ist aus Kundensicht nicht mehr zielführend. Schnelligkeit und Nachhaltigkeit als integriertes Ergebnis von inhaltlichem und von Prozess-Know-how ist ein Beitrag zum Überleben und zum Erfolg.

»… In der Praxis hat es sich gezeigt, dass die Unternehmen sehr wohl die Vorteile der Prozessberatung zu schätzen wissen, aber auch auf konkrete Fragen handfeste Problemlösungsvorschläge erwarten. Gute Berater mischen seit langem inhaltliche Tipps mit Phasen der Reflexion. Roswitha Königswieser und ihr Team haben dafür den Begriff “Komplementärberatung” geprägt und veröffentlichen jetzt auf 200 Seiten die theoretischen Grundlagen dieser nicht einfachen Synthese. Besonders wertvoll sind eine Reihe von Fallbeispielen anhand derer die Autoren ihre Lernfortschritte der letzten Jahre dokumentieren.« (Wirtschaft und Weiterbildung, September 2006)


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Fr, Oktober 6 2006 » Aktuell, Change Management, Methoden, Organisationsentwicklung

One Response

  1. Gerald Lembke Oktober 6 2006 @ 12:40

    Verlage sind dazu da, neue Themen aufzuspüren, mit denen Geld verdient werden kann. Soweit so gut. So werden wir erneut mit Beratungsansätzen einer “Komplementärberatung” oder “Prozessberatung” vertraut gemacht (siehe Buchrezensionen), die für den Profi nichts Neues bedeuten.

    Für den Anwender hingegen basieren diese Begriffe und dahinter stehenden Konzepte auf dem Verständnis, als Berater nicht mehr als Fachexperte aufzutreten, der Expertenwissen in die Organisation trägt, sondern Prozesse zu begleiten.

    Obwohl ich ein überzeugter Anwender der Prozessbegleitung bin, betrachte ich diese Entwicklung jedoch auch kritisch. Denn wenn es nach diesem Verständnis im Kern darum geht, Prozesse zu begleiten, dann kann das doch eigentlich jeder Mensch. Warum noch fachlich ein Thema durch dringen, wenn es doch darum geht, einen Prozess zu begleiten, von dessen Ausgang kein Mensch eine genauere Vorstellung hat? So wird unter dem Deckmantel der Prozessberatung fehlendes Fach- und Methoden-Know-how in seiner Bedeutung sinken, dass es in mancher Intervention wirklich nicht mehr notwendig erscheint. Warum soll man auch über etwas reden, dessen Tiefe nicht mehr durchdrungen werden muss…?

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