Medienmanagement und Unternehmenskommunikation

Der Blog von Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitale Medien und Social Media Marketing)

Review Change Management in Dresden 2009: Wie viel Wandel vertragen Organisationen und Beschäftigte?

Zukunft der Arbeit – Motivation und Gesundheit im Zeitalter des Wandels war vom 16.-17. April 2009 das Konferenzthema im wunderschönen Dresden. Auf Einladung des BGAG folgten ca. 60 Teilnehmer aus Unternehmen und vor allem aus öffentlichen Organisationen dem Ruf, das Thema Change Management zu reflektieren und zu diskutieren.

Wer Ergebnisse zur Bewältigung von Komplexität im beruflichen Handeln erwartete, wurde weitgehend enttäuscht. Statt dessen wurde das Plenum mit einem sehr abwechslungsreichen Programm an Themen und Referenten belohnt, die beginnend von wissenschaftlichen Denkansätzen für eine gesunde Organisation (Prof. Dr. Gerald Lembke: Download Vortragsfolien) bei personalberaterischen Bestplacements für Beschäftigte (Karl-Heinz Ludwig) endete.  Das Programm im Detail.

Natürlich bieten Konferenzbeiträge vor allem stets mehr Denkansätze als umsetzbare Tools. Wer diese Erwartungen bei Konferenzen nachgeht, wird häufig enttäuscht werden. Wer allerdings einen Einblick in das breite Arbeitsfeld des Change Managements Unternehmen und deren Aktivitäten suchte, wurde diskursartig bedient.

Es fiel auf, dass alle Referenten sich bemühten, ihr persönliches Verständnis von gesunden Organisationen mitzuteilen. Dass Change Management von einem Veranstaltungsorganisator anders gesehen wird als vom Wissenschaftler, mag nicht verwundern. Und dem einen oder anderen Besucher mag es gar aufgestoßen sein, dass erfolgreiche Unternehmen vielleicht keine wissenschaftliche Fundierung benötigen. Statt dessen lassen sich diese durch Unternehmergeist und wenige „Führungs-“ Personen in der Leitung durchaus nicht-akademisch führen.

Diese Beobachtung war nicht neu, wird sie in der Betriebswirtschaftslehre schon seit ihrer Gründung diskutiert. Statt dessen genoß ich den Diskurs zwischen Verwissenschaftlichung von betrieblichen Vorgehensweisen und pragmatisch aus „gesunden Menschenverstand“ geführten Unternehmen besonders. Zeigt er doch die Grenzen wissenschaftlicher Unternehmensführung auf und öffnet sich neuen Perspektiven und Dimensionen einer kulturprägenden und erfolgreichen Unternehmensführung.

Denn kulturelle Werte sind es, die ein Unternehmen prägen und die „Leidensfähigkeit“ von Mitarbeitern verstärken oder verringern können. Der Ruf nach langfristiger Unternehmensentwicklung dazu soll wohl nie verklingen und wird stets das Dilemma zu einer kurz- und erfolgsorientierten Führung aufziehen. „Der richtige Weg läge in der Mitte“, so ein Wortbeitrag. Doch erstens scheint es kein „richtig“ zu geben und zweitens ist die Mitte doch alles zwischen den beiden Extremen und verwässert jeden Versuche von konkreten Handlungsanweisungen. Ein schier unauflösliches Problem? Mitnichten.

Denn Beispiele von den beiden Drogeriemarktketten „DM“ und „Schlecker“ zeigten, dass der „goldende Weg“ vom jeweiligen Gründer und Top-Manager eingeschlagen wurde. Es handelt sich dabei auch noch um inhabergeführte Unternehmen, deren Gründer wenige kulturprägende Merkmale sehr intensiv pflegen. Der eine wohl eher zum Guten, der andere bekanntermaßen zum Schlechten für zahlreiche Mitarbeiter.

„Der Fisch stinkt vom Kopf“, heißt ein norddeutscher Spruch. Er ist auch die Beantwortung der Einstiegsfrage meines Vortrages: „Wie viel Wandel vertragen Organisationen und Beschäftigte?“. Andere sind strategische langfristig wirkende Instrumente, die meiner Empfehlung nach wirtschaftsethisch immer den kurzfristig erfolgsteigernden Tools zu bevorzugen sind. wie so etwas aussehen kann, habe ich in diesem Buch beschrieben, zu dem ich Sie gerne einlade, zum Lesen und diskutieren hier im Blog.


Diesen Beitrag weiterempfehlen weiterempfehlen

Mi, April 22 2009 » Aktuell

Anmelden

toolbar powered by www.iconcy.com