Medienmanagement und Unternehmenskommunikation

Der Blog von Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitale Medien und Social Media Marketing)

Was ist “Community of Practice”?

In der Theorie versammelt sich die Diskussion um das, was wir alsWissensgemeinschaften bezeichnen, hauptsächlich unter der Überschrift Community of Practice (CoP). Nach Etienne Wenger (1998) lässt sich eine CoP wie folgt beschreiben:

“A CoP defines itself along three dimensions: its joint enterprise as understood and continually renegotiated by its members, the relationships of mutual engagement that bind members together into a social entity, the shared repertoire of communal ressources (routines, sensibilities, artefacts, vocabulary, styles, etc.) that members have developed over time.”

Hintergrund der Community-of-Practice-Forschung sind Theorien des situativen bzw. sozialen Lernens (vgl. u. a. Lave 1991, Lave/Wenger 1991, 14 Brown/Collins/Duguid 1989). Soziale Lerntheorien gehen davon aus, dass Lernen ein selbst organisierter und selbststeuernder Prozess von Personengruppen ist, in dem zwar ein für das selbststeuernde Lernen förderndes Umfeld geschaffen werden kann, aber Lerngruppen im Sinne der Community of Practice nicht von außen organisiert werden können oder sollen (vgl. McDermott 1999).

In diesem Sinne geht es darum, einen Kontext für selbst organisierte Gruppen zu schaffen, d. h. kulturelle Voraussetzungen zu garantieren, Zeit zur Verfügung zu stellen, Kontakte zu fördern, Selbstreferenz und Reflektion anzuerkennen, spezifische Geschichten und Sprachspiele zu tolerieren. In der Anwendung erweist sich der breitzitierte Begriff der CoP allerdings als problematisch.

Die Definition erschwert die Abgrenzung der CoP vom realen Arbeitsvollzug. Sind Mitarbeiter, die an einem Arbeitsplatz zusammenarbeiten, in einer Fertigungslinie hintereinander geschaltet sind und aufeinander bezogen handeln, eine Community of Practice?

Wenger verneint dies zwar, indem er sagt, ein Team oder eine Projektgruppe mit extern vorgegebenen Zielen sei keine Community of Practice, in seiner Definition schließt er es jedoch nicht aus (vgl. die Abgrenzung beiWenger/Snyder 2000). Beim näheren Hinschauen wird der Begriff unscharf und zerläuft. Es istWengers Verdienst, auf die nichtstrukturell legitimierten Wissensverknüpfungen einer Organisation hingewiesen zu haben.

Quelle: Quem Report

Vertiefende Literatur:

1. http://www.learnact-verlag.de/oxid.php/sid/1e52c40830f2f96755ee43147e86f55c/cl/details/cnid/-/anid/46842400a1bb50722.37775552/Wissenskooperation-in-Wissensgemeinschaften-(2.-Auflage)/

2. http://www.learnact-verlag.de/oxid.php/sid/ba226f04b6c1260f906510a1100ade08/cl/details/cnid/-/anid/b4b440d59912eb257.98530346/Wissensnetzwerke/

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Do, Juli 27 2006 » Aktuell, Lexikon, Weiterbildung, Wissenskooperation, Wissensmanagement, Wissensnetzwerke und Communities

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