Was sind “Wissensgemeinschaften”?
Aus den Beziehungen von Netzwerken entstehen „Wissensgemeinschaften“, die differenziert werden können in:
- Praxisgemeinschaften (Vernetzung aller Personen mit ähnlicher Funktion; Austausch über Themen der täglichen Arbeit; Erfahrungsbezug, „Alltagswissen“),
- Innovationsgemeinschaften (Vernetzung von Personen unterschiedlicher Funktionen; Diskussion längerfristiger Probleme des Unternehmens; Explikation strategischen Wissens),
- Wertegemeinschaften (Vernetzung von Personen aus unterschiedlichen Bereichen und Abteilungen; Austausch über subkulturelle Werte und deren Integration in die Organisation; Bestimmung einer ‚Identität‘ und deren Integration in den Organisationskontext).
So unterschiedlich Wissensgemeinschaften ausgeformt sind, so sind doch alle vorgestellten Gruppen Wissensgemeinschaften. Dabei wird die Selbst-Organisation von Gruppen betont, in denen kulturelle Voraussetzungen zu schaffen seien, z. B. Zeit für die Wissensteilung zur Verfügung stellen, Kontakte fördern, Selbstreferenz und Reflektion anerkennen, spezifische Geschichten und Sprachspiele tolerieren.
In der Anwendung erweist sich der breit zitierte Begriff der Community allerdings als problematisch. Die Definition erschwert die Abgrenzung der Community vom realen Arbeitsvollzug. Sind Mitarbeiter, die an einem Arbeitsplatz zusammenarbeiten, in einer Fertigungslinie hintereinander geschaltet sind und aufeinander bezogen handeln, eine Community? Wenger (1999) verneint dies zwar, indem er sagt, ein Team oder eine Projektgruppe mit extern vorgegebenen Zielen sei keine Community. In seiner Definition schließt er es jedoch nicht aus (vgl. die Abgrenzung bei Wenger und Snyder 2000). Beim genauerem Hinschauen bleibt der Begriff unscharf.
Quelle: Wissenskooperation in Wissensgemeinschaften
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